Selbsthilfe zu Zeiten der Corona-Pandemie/BIS geschlossen, aber erreichbar

Die Selbsthilfekontaktstelle BIS bleibt vorläufig (voraussichtlich bis zum 18.4.) für Besucher geschlossen.

Die Außenstelle in Kempen wird in dieser Zeit nicht besetzt. Telefonisch bleiben die Mitarbeiter aber zu den bekannten Zeiten erreichbar.

Alle ausgeschriebenen Termine und Veranstaltungen in der BIS finden nicht statt!

Desweiteren sind die Räume auch für die Selbsthilfegruppen nicht zugänglich. Allen selbstorganisierten Gruppen raten wir derzeit von Gruppentreffen ab.

Stattdessen gilt es, im Zweifel telefonische/elektronische Kontakte einzurichten. Sprechen Sie uns im Bedarfsfall gerne an.

Bitte informieren Sie sich weiter über unsere Homepage oder rufen Sie uns an.

Weiterführende Informationen über das Virus, dessen Ausbreitung und mehr erfahren Sie unter diesem Link . 

Die Selbsthilfe im Kreis Viersen zur Zeit der Corona-Krise

Newsletter für Selbsthilfegruppen 30. März 2020

Selbsthilfegruppen leben vor allem vom Miteinander, der persönlichen Begegnung und vor allem durch die gemeinsamen Gruppentreffen. Da das Corona-Virus derzeit die Welt auf den Kopf gestellt hat, ist es nun nötig, kreativ zu werden, um in Kontakt zu bleiben!

Norbert S. von der Gruppe Kaffee Schmerzfrei: „Wir versuchen den Kontakt über Whatsapp, Telefon und auch Video-Konferenzen aufrechtzuerhalten.  Wir überlegen zudem, auf unserer Homepage einen Chatroom anzubieten. Die Gruppentreffen sind natürlich auf absehbare Zeit gecancelt!“

Ingrid W. von der Suchtselbsthilfegruppe „Kreuzbund Niederkrüchten“: „Gerade für Menschen mit Suchtproblemen ist die Gruppe wichtig, um die Sucht zu kontrollieren/abstinent zu bleiben. Deshalb nutzen wir jedes technische Hilfsmittel, um die gegenseitige Unterstützung nicht abreißen zu lassen. Das ist mühsam, funktioniert aber bisher ganz gut…“

André Beermann, Leiter der BIS, empfiehlt das bewährte Buddy-System: „In der Gruppe sollte sich jeder für mindestens ein Gruppenmitglied verantwortlich fühlen, das kann zum Beispiel bedeuten, dass feste Zeiten für eine Kontaktaufnahme per Telefon vereinbart werden. So ist gewährleistet, dass niemand vergessen wird und nichts übersehen wird. Der „Buddy“ kann sich, sollte er das Gefühl haben, nicht mehr weiterzukommen, wiederum an die anderen Gruppenteilnehmer wenden.

„Gerade Menschen mit psychischen Erkrankungen verlassen sich in ihrem Genesungsprozess auf die Gruppentreffen. Umso problematischer ist da ein Wegfall dieser Struktur.“ meint Sonja U. von der Viersener Gruppe „Recovery“. Sie hat daher mit anderen Mitstreiterin aus der Selbsthilfe ihre Erfahrungen mit online-Alternativen für die persönliche Begegnung unter folgendem Link dokumentiert: https://erfahrungsexperten-niederrhein.de/category/rat-und-hilfe/   (! siehe Hinweis ganz unten)

Unter den Reitern „Selbsthilfe im Ausnahmezustand“ gibt es hier einiges nachzulesen. Dabei ist ihr bewusst, dass es stets um Abwägung geht: „Video- und Telefonkonferenzen über diverse Apps und Anbieter bergen natürlich immer die Möglichkeit, dass der Datenschutz verletzt werden könnte.“

André Beermann (BIS): „Hier ist jeder in der Eigenverantwortung. Sowohl bei der Wahl der Anbieter, als auch bei dem, was man online von sich preisgeben möchte. Letztlich sind die online-Medien und Netzwerke zu diesen Zeiten wertvoller denn je.“ Daher sind alle genannten Möglichkeiten in diesem Beitrag in Eigenverantwortung hinsichtlich des Datenschutzes anzusehen!!

(Ab hier folgen Informationen, welche von den KollegInnen der Selbsthilfekontaktstelle Dortmund zusammengetragen wurden. Vielen Dank dafür!)  Es gibt verschiedene Programme, die digitale Telefonkonferenzen für Gruppen ermöglichen. Das ist mit und ohne Kamera möglich. Die Programme lassen sich auf Laptop, PC oder Tablet herunterladen und installieren oder sind mit dem Smartphone nutzbar. Sie benötigen eine Internetverbindung, Kamera und Mikrofon. Je nach Qualität reicht dafür die im Laptop, Tablet oder Smartphone eingebaute Technik. Alternativ bietet sich die Anschaffung eines Headsets an.

Zoom

Dieses Programm wird bereits von vielen Selbsthilfegruppen für ihre digitalen Meetings verwendet. Eine Person ist Moderator*in und kann bis zu 100 Kontakte zu einem Treffen einladen. In diesem Videowird erklärt, wie Sie daran teilnehmen können. Teilnehmende eines Meetings brauchen weder einen Zoom-Account noch ein Abo, um der Videokonferenz beizutreten, müssen allerdings das Programm herunterladen. Bis zu 40 Minuten pro Sitzung sind kostenlos, anfallende Kosten für ein höheres Zeitkontingent können durch die Förderung über die Krankenkassen (Pauschalförderung)oder den Städtischen Förderfonds erstattet werden.

 Google Hangouts

Hangouts ermöglicht den Austausch von bis zu 10 Personen kostenlos. Gruppenchat oder Videotelefonie sind möglich. Voraussetzung ist ein Account bei Google. Herunterladen muss man sich nichts, wenn man das Programm im Internet-Browser benutzt. Teilnehmer*innen lassen sich über einen Link einladen. Ansonsten lässt sich Hangouts über die App am Smartphone oder Tablet nutzen.

Skype

Bis zu 50 Personen können gleichzeitig an einem Gruppen-Videochat teilnehmen. Die Video-und Tonqualität ist besser als bei Google-Hangouts. Für Videoanrufe für Gruppen bietet Skype nicht so viele Funktionen wie das Programm Zoom. Auch Skype wird von einigen Selbsthilfegruppen bereits im Online-Bereich verwendet.

Der Verein digitalcourage e. v. nennt auf seiner Internetseiteweitere Alternativen mit besserem Datenschutz, die allerdings Barrieren wie Seiten auf Englisch haben können.

Telefonkonferenz

Hier noch ein Tipp aus einer Selbsthilfegruppe. Diese nutzt den Anbieter „freetelco“ für Telefonkonferenzen. Kosten fallen dabei nur für die üblichen Kosten für eine Verbindung ins deutsche Festnetz an, die jede*r Teilnehmer*in selbst trägt. Man muss lediglich ein Telefon haben, egal ob Festnetz oder Handy.Messenger: Chats/Video-Telefonie.

Auch mit Messengern kann man über das Smartphone in Gruppen telefonieren. Dabei ist die Anzahl auf bis zu vier Personen beschränkt. Aus Datenschutzgründen rät die KOSKON (Koordination für Selbsthilfe-Unterstützung in NRW) von Whatsapp ab. Als Alternativen empfiehlt sie die Apps Telegram, Threema oder Signal, bei denen Video-Anrufe für Gruppen allerdings nicht oder nur teilweise möglich sind.

! : keine Haftung für Inhalte außerhalb der Homepage der BIS.